Auf dem Weg zur Fachsprache: Sprachliche by Britt-Marie Schuster

By Britt-Marie Schuster

Diese Monographie beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der psychiatrischen Fachsprache aus sprachwissenschaftlicher Perspektive. Thematisiert wird der Zeitraum von der Grundung der ersten Psychiatrien um 1800 uber die Konsolidierung der akademischen Psychiatrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zum psychiatrischen Sprachgebrauch in der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand von Fallstudien, die auf der Auswertung eines umfangreichen Quellenmaterials basieren, wird die Entwicklung des Fachwortschatzes, der Fachtextsorten sowie des fachspezifischen Stils dargestellt.

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Und in diesem Augenblick entdeckt er erneut die Vernunft oder vielmehr; es ist nicht die Vernunft, die in sich selbst und für sich wiedererscheint. Es sind völlig fertige, gesellschaftliche Arten, die lange Zeit unter dem Wahnsinn geschlummert haben und sich in einem Block in einer perfekten Konformität mit dem, was sie darstellen, ohne Veränderung und Verzerrung erheben. Es ist, als erreiche der von der Animalität, zu der ihn die Ketten zwangen, befreite Irre die Zugehörigkeit zur Menschheit nur in einem sozialen Typus.

19 Professoren der Medizin verstehen sich eher als Gelehrte denn als Praktiker. Der praktischen Tätigkeit widmen sich nicht universitär ausgebildete Hebammen, Wundärzte und Laienheiler; der Arzt selbst verschrieb nur Arzneien oder war im administrativen Bereich tätig (z. B. als Kreisphysicus). Viele Professoren und universitär ausgebildete Ärzte betrieben neben ihrer Tätigkeit auch Studien zur Chemie, Botanik und anderen Naturwissenschaften. Eine Vertrautheit mit der klassischen Bildung und Literatur ist ebenso selbstverständlich.

Jahrhundert nehmen Tollhäuser und ähnliche Einrichtungen eine Doppelfunktion von Fürsorge und Disziplinierung ein: Zwar werden die Wahnsinnigen wie Arme und Hilflose versorgt, jedoch müssen sie sich der zum Teil strengen Ordnung der Anstalten unterwerfen und sind bspw. gezwungen, in Manufakturen oder Spinnsälen zu arbeiten (vgl. ). Erst im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts geraten die Anstalten selbst und besonders die „Internierung“ von Kranken in den Fokus des öffentlichen Interesses. Der erste Anwalt einer humaneren Behandlung von psychisch Kranken ist der Hallenser Prediger Heinrich Balthasar Wagnitz, der 1791–1794 Historische Nachrichten und Bemerkungen über die merkwürdigsten Zuchthäuser in Deutschland verfasste.

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